Juuten Tach.

Herzlich willkommen bei "Unfassbar. Lustig!"

 

Oft wundere ich mich, was diese wirklich "kranke" Welt für mich mal wieder bereithält, obwohl ich gar nichts davon bestellt habe.

 

Und das schreibe ich dann hier auf. Was Euch dabei erwartet? Euch erwartet ein etwas anderer Blick auf die merkwürdigsten Augenblicke meines Alltags. Denn vieles was passiert, ist wirklich unfassbar. Und auf den ersten Blick auch gar nicht so lustig. Sondern eher ärgerlich. Aber jede Situation hat noch einen zweiten Blick verdient. Und dann wird’s auch wieder lustig. Also, ich biete Euch hier ab und zu ne kurze Story. Mal mit feinem Spott und bissiger Ironie. Mal aus der Sicht der puren Verzweiflung. Ganz oft aber einfallsreich lustig oder einfach nur komisch. Und Ihr?! Müsst einfach nur lesen und lachen. Gemeinsam sind wir lustig. Ach ja - und die "älteren" Storys findet Ihr dann in der Rubrik "Was bisher geschah". Schaut mal ganz nach oben.

 

Euer Olli Dahlke - Botschafter des Humors.

 

Auf, auf in den Wahlk(r)ampf.

 

Am 26. September ist Bundestagswahl zum 20. Deutschen Bundestag. Alle paar Jahre wieder schauen nette, ältere Herren mit Spaten in der Hand und dynamische, lächelnde Damen mit Baby auf dem Rücken von Wahlplakaten auf uns herab. Mit oder ohne gemaltem Schnurrbart, übergroßen Eselsohren oder spitzen Teufelshörnchen. Ein treffendes Bild. Die einen grinsen von weit oben, die anderen stehen unten im Stau. Die Schere zwischen Politik und Realität ist wahrlich bekannt, aber sie schneidet unaufhörlich weiter Wunden in die Seelen und Portemonnaies der Bürgerinnen und Bürger im In- und Ausland. Ob frühlingsgrün, himmelblau, karminrot, freundlichschwarz, sonnengelb oder glitzerbunt. Ich traue keiner Partei einen fehlerlosen Ritt Richtung Zukunft zu, bei dem das Volk nicht direkt wieder vom Gaul kippt. Mittlerer Weile ist man ja schon fast froh, wenn man nicht vom übellaunigen Regierungspferd unnötig getreten wird oder knietief in Pferdemist stehen muss. Das nennt man dann wahrscheinlich politikverdrossen, negativ, ablehnend, grimmig, brummend. Die Demokratie mit Füßen treten. Das Schloss der Freiheit einreißen. Blind, taub, frustriert oder einfach unzufrieden. Mag sein. Aber diese Schleife nach unten bringt nun wirklich niemanden weiter. Wenn man also nicht wie tief grabende Regenwürmer, wie das Dunkel suchende Kanalgetier oder wie fast blinde Maulwürfe mit schmutzigen Pranken leben will, dann sollte man die Gegebenheiten der Politikwissenschaften achten, würdigen und den Blick nach oben richten. Doch weder ein gezielter Schuss ins Knie, noch eine pure Infusion der guten Laune werden da alleine weiterhelfen. Da muss man wohl selbst aktiv werden und in das Rad der Staatsführung eingreifen. Aber bitte nicht als weghörender Querdenker, keifende Demonstrantin oder purer Alles-Leugner.

 

Nein, ich gehe den Weg der parlamentarischen Leiden und stelle mich als Kanzlerkandidat des Wahnsinns oder auch als Ministerpräsident der Herzen einfach spontan selber auf. Wer jetzt sagt, „dass das so einfach aber nicht geht“, braucht nicht weiterlesen. Wer aber denkt, „was für eine geile Idee“, liest weiter und bewirbt sich selbst für einen Posten in meinem Regierungsteam. Ich vergebe ab sofort folgende Positionen in meinem zukünftigen Regierungsteam der Herzen mit Sitz auf den Cayman-Inseln, der Aufgabe, alles Bestehende sinnlos infrage zu stellen und dem festen Willen einer deutlichen Verschlechterung für alle. Kommt in mein Team und bekennt euch zu folgenden Aufgaben:

 

1) Minister/in für Luxus, Pracht und Überfluss (ehemals Finanzen). Neue Steuern = neuer Geldspeicher. Was kostet die Welt?

 

2) Minister/in für Stillstand, Abriss und innere Unsicherheit (ehemals Inneres, Bau und Heimat). Kostenlose Ausgabe von Personalausweisen und Wohnberechtigungsscheinen.

 

3) Minister/in für Streitsucht und Pöbelei (ehemals Auswärtiges). Ein Bombenjob heutzutage.

 

4) Minister/in für Ineffizient und Anspruchslosigkeit (ehemals Wirtschaft und Energie). Mehr Anspruch, weniger Ansporn. Das steht Dir zu.

 

5) Minister/in für Unrecht und Gesetzeslosigkeit (ehemals Justiz und Verbraucherschutz). Richter/innen jetzt offiziell kaufbar, empfänglich, bestechlich. Der Clan freut sich.

 

6) Minister/in für Faulenzerei und Müßiggang (ehemals Arbeit und Soziales). Vom Jobcenter hofiert aber vom Sorgen-Telefon bepöbelt. Arbeit? Ist das so eine Arme-Leute-Krankheit wie Rente?

 

7) Minister/in für Attacke und aktive Anschläge (ehemals Verteidigung). Kosten sparen. Ur-Opas Uniform ist doch noch gut.

 

8) Minister/in für Fress-Sucht und Futterneid (ehemals Ernährung und Landwirtschaft). Make the Currywurst great again.

 

9) Minister/in für Stümperjugend , Prostitution und Bevormundung im Alter (ehemals Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Home-Schooling und Heim-Shiting.

 

10) Minister/in für Krankenkassenmißbrauch und Zwölf-Klassen-Gesellschaft (ehemals Gesundheit). Lieber reich und gesund, als arm und krank.

 

11) Minister/in für freie Fahrt ins Verderben (ehemals Verkehr und Infrastruktur). Ich will Spaß. Ich geb Gas. Oder doch Wasserstoff?

 

12) Minister/in für Waldsterben, Käfighaltung und Unzucht (ehemals Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit). Klimaneutral, scheißegal.

 

13) Minister/in für Verdummung und Fälschung (ehemals Bildung und Forschung). Abgucken ist viel billiger als selber ausdenken.

 

14) Minister/in für besondere Aufgaben (ehemals besonders Aufgaben). Diese Aufgaben besprechen wir unter 4 Augen.

 

15) Minister/in für Dark-Net und Verschleierung (ehemals Digitalisierung). Das Internetz setzt sich sowieso nicht durch.

 

Bei Fragen zum Bewerbungsprozess stehen euch weder Indeed noch Ingrid zur Verfügung. Die zu bewältigenden Aufgaben/Haltungen sind bei allen genannten Posten gleich: totale Verwirrung, vollkommene Intransparenz sowie ständige Unerreichbarkeit und Konzentration auf eigene, persönliche Interessen. Konstantes, glaubhaftes Leugnen von Zuständigkeiten mit breitem Grinsen in die Kamera, Fälschung von Statistiken zu eigenen Gunsten und Teilnahme an Talkshows zur Steigerung der Bekanntheit. Apropos Teilnahme: es besteht aber sehr wohl Anwesenheits- und positive Abstimmungspflicht bei den Diätenerhöhungen gleich zu Beginn der Regierungsperiode sowie eine Verpflichtung zur schamlosen Ausnutzung aller offiziellen und inoffiziellen Regierungsvorzüge. Eurer Bewerbungen finden nur dann Berücksichtigung, wenn sie auf Steintafeln gehämmert und per Brieftaube eingereicht werden.

 

Ach ja, niemals Herrn Müntefering vergessen, der damals meinte, dass man Wahlkampf niemals mit Regierungsarbeit vergleichen darf. Das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. In diesem Sinne könnt ihr schon jetzt bedenkenlos alle Versprechen ignorieren. Nach der Wahl bleibt entweder alles so wie vorher oder es kommt alles anders als versprochen. Einmal verliert man und das andere Mal gewinnen die anderen. Nicht mit mir. Ich werde mich jetzt via Dark-Net in den Wahl-o-Mat einhacken und die Zukunft zu unseren Gunsten beeinflussen. In diesem Sinne, jeder nur ein Kreuz, oder doch zwei?

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© Olli Dahlke - Botschafter des Humors